Core Web Vitals Was LCP, INP und CLS messen, welche Schwellen gelten und in welcher Reihenfolge große Websites sie verbessern
Die Core Web Vitals sind drei Kennzahlen aus dem Verhalten echter Besucher. Sie beantworten drei getrennte Fragen: Wann ist der Hauptinhalt da, wie schnell reagiert die Seite auf eine Eingabe, und bleibt das Layout ruhig. Diese Seite erklärt die Kennzahlen, ihre Schwellenwerte und ihre Herkunft, und sie ordnet ein, in welcher Reihenfolge sich die Arbeit daran lohnt. Die eigenen Zahlen darin stammen aus einer Erhebung über 46.394 geprüfte Domains im DACH-Raum, Datenstand August 2026.
Schwellen nach Googles DefinitionEigene Zahlen: Stand August 2026, Version 2026-Q3
Die drei Kennzahlen und ihre Schwellenwerte
Alle drei Werte werden im 75. Perzentil bewertet: Drei von vier Seitenaufrufen müssen unter der Schwelle liegen. Eine Seite besteht nur, wenn das für alle drei zugleich gilt, und genau daran scheitern die meisten Auftritte, deren Einzelwerte für sich genommen ordentlich aussehen.
Largest Contentful Paint: die Ladezeit des Hauptinhalts
Gemessen wird, wann das größte sichtbare Element im Sichtfeld fertig gezeichnet ist, meist ein Titelbild oder eine Überschrift. Gut sind 2,5 Sekunden, schlecht ist alles über 4 Sekunden. In der eigenen Erhebung liegen 80,5 Prozent der Adobe-Experience-Manager-Auftritte und 77,7 Prozent der Magnolia-Auftritte hier im grünen Bereich, der Median liegt bei 1.874 beziehungsweise 1.754 Millisekunden.
Interaction to Next Paint: die Reaktionszeit
Gemessen wird die Zeit zwischen einer Eingabe und der nächsten sichtbaren Reaktion, über den gesamten Besuch hinweg, also bei jeder Interaktion und nicht allein beim ersten Klick. Gut sind 200 Millisekunden, schlecht ist alles über 500. Dieser Wert hat im März 2024 First Input Delay abgelöst und fällt strenger aus, weil er jede Interaktion bewertet statt allein der Verzögerung bis zum Beginn der Verarbeitung.
Cumulative Layout Shift: die visuelle Stabilität
Gemessen wird, wie stark sich sichtbare Elemente ohne Zutun des Nutzers verschieben. Gut ist ein Wert unter 0,1, schlecht ist alles über 0,25. Die Kennzahl hat keine Einheit: Sie multipliziert den Anteil der betroffenen Fläche mit der Strecke, um die sich der Inhalt bewegt.
Time to First Byte: kein Core Web Vital, aber die Wurzel
Die Antwortzeit des Servers zählt nicht zu den Core Web Vitals, steckt aber in jedem Largest Contentful Paint als erster Abschnitt. Google nennt 800 Millisekunden als Orientierung. Sie entscheidet darüber, ob eine Optimierung im Frontend überhaupt etwas bewirken kann.
Woher die Werte kommen: Felddaten statt Laborwerte
Bewertet wird, was reale Besucher erlebt haben. Google sammelt diese Messwerte im Chrome User Experience Report je Origin über ein rollierendes Fenster von 28 Tagen. Laborwerkzeuge wie Lighthouse oder PageSpeed Insights messen dagegen eine einzelne, simulierte Sitzung ohne Tag Manager, ohne Einwilligungsdialog und mit festem Netzprofil. Beide Quellen haben ihren Zweck: Das Labor zeigt Ursachen, das Feld entscheidet über die Bewertung.
Welche Werkzeuge welche Quelle nutzen und wann welche Zahl gilt, steht auf der Seite Core Web Vitals messen.
Was eine Seite tatsächlich durchfallen lässt
In der eigenen Erhebung verfehlen 55,9 Prozent der durchgefallenen AEM-Auftritte die Ladezeit des Hauptinhalts, bei Magnolia sind es 62,3 Prozent. Die Reaktionszeit ist dagegen selten der Grund: 83,4 Prozent der AEM-Auftritte und 91,0 Prozent der Magnolia-Auftritte liegen dort im grünen Bereich.
Daraus folgt eine klare Reihenfolge. Zuerst die Antwortzeit des Servers, weil sie in jedem Ladezeitwert steckt. Dann die Ladereihenfolge im Browser, also welches Bild, welches Stylesheet und welches Skript zuerst kommt. Dann die reservierten Abmessungen für alles, was nachlädt. Zuletzt die Reaktionszeit, die fast immer an Tag Manager, Einwilligungsdialog und Drittanbieter-Skripten hängt.
Mobil und Desktop sind zwei verschiedene Ergebnisse
Bewertet wird getrennt nach Gerätetyp, und die Werte fallen auseinander. In der eigenen Erhebung bestehen 62,0 Prozent der AEM-Auftritte auf dem Desktop, aber 65,1 Prozent auf Mobilgeräten; der Median der Ladezeit liegt mobil bei 1.874 Millisekunden gegenüber 1.446 Millisekunden auf dem Desktop. Wer nur den Desktop betrachtet, sieht das bessere Ergebnis und die falsche Baustelle.
Was die Werte für große Websites bedeuten
Auf einer Plattform mit hunderttausend Seiten gibt es nicht den einen Wert, sondern einen je Seitentyp. Startseiten tragen die meisten Kampagnenbausteine und damit das höchste Risiko für Layoutverschiebungen. Übersichtsseiten haben die teuersten Abfragen und die meisten Bilder. Detailseiten sind meist unkritisch und werden deshalb gern als Beleg dafür herangezogen, dass die Plattform schnell sei. Formularstrecken tragen die meiste Interaktion und damit die strengste Anforderung an die Reaktionszeit.
Deshalb entsteht ein Performance-Budget je Seitentyp, nicht als Durchschnitt über alles. Der Weg dorthin steht unter Website Performance Optimierung, die systemnahen Fragen auf den Seiten zu Adobe Experience Manager Performance und Magnolia CMS Performance.
Belegte Zahlen statt Faustregeln
Wie viele Auftritte die Schwellen tatsächlich einhalten, steht im Core Web Vitals Benchmark: zwei Erhebungen im DACH-Raum mit offenen Datensätzen, aus denen sich jede Zahl dieser Seite nachrechnen lässt.
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Häufige Fragen zu den Core Web Vitals
Was sind die Core Web Vitals?
Drei Kennzahlen, mit denen Google die Nutzererfahrung einer Seite misst: Largest Contentful Paint für die Ladezeit des größten sichtbaren Inhalts, Interaction to Next Paint für die Reaktionszeit auf Eingaben und Cumulative Layout Shift für die visuelle Stabilität. Die Werte stammen aus dem Verhalten echter Besucher, nicht aus einer Simulation.
Welche Schwellenwerte gelten?
Als gut gelten 2,5 Sekunden für Largest Contentful Paint, 200 Millisekunden für Interaction to Next Paint und 0,1 für Cumulative Layout Shift. Bewertet wird das 75. Perzentil der Seitenaufrufe: drei von vier Besuchen müssen unter der Schwelle liegen. Eine Seite besteht nur, wenn alle drei Werte zugleich im grünen Bereich sind.
Sind die Core Web Vitals ein Rankingfaktor?
Sie gehören zu den Signalen, die Google unter Page Experience zusammenfasst, und wirken schwächer als Relevanz und Inhalt. Sichtbar wird der Effekt vor allem dort, wo mehrere Ergebnisse inhaltlich gleichwertig sind. Der größere Hebel liegt ohnehin bei den Nutzern: Abbrüche vor dem ersten sichtbaren Inhalt kosten unabhängig von jeder Rankingfrage Umsatz.
Warum bestehen Seiten mit gutem Punktwert die Core Web Vitals trotzdem nicht?
Weil der Punktwert aus PageSpeed Insights eine Labormessung auf simulierter Hardware ist, ohne Tag Manager, ohne Einwilligungsdialog und mit einem festen Netzprofil. Bewertet wird dagegen, was reale Besucher in den letzten 28 Tagen erlebt haben. Beide Zahlen können weit auseinanderliegen, ohne dass eine davon falsch wäre.
In welcher Reihenfolge arbeitet man die drei Werte ab?
Zuerst die Antwortzeit des Servers, denn sie steckt in jedem Largest Contentful Paint. In der eigenen Erhebung liegt bei 80,3 Prozent der zu langsamen Auftritte bereits die Serverzeit über dem Grenzwert; Arbeit am Frontend verpufft dort. Danach die Ladereihenfolge im Browser, dann die Layoutstabilität, zuletzt die Reaktionszeit, die meist an Tags und Einwilligungslogik hängt.
Wie lange dauert es, bis eine Verbesserung sichtbar wird?
Google berechnet die Werte aus einem rollierenden Fenster von 28 Tagen. Eine Maßnahme ist damit frühestens vier Wochen nach dem Livegang vollständig sichtbar. Ein Real User Monitoring zeigt die Wirkung am nächsten Tag und überbrückt diese Zeit.